.

Geschichte

 

1914 Dr. Ernst Asbrand (1868-1931) nahm den Schulbetrieb an seinem Untersuchungslabor in Hannover-Linden auf. In der Inflationszeit wurde der Schulbetrieb abgebrochen.

1931 Professor Dr. Ernst Ruppin und Dr. Walter Poulsen Nautrup übernahmen das Untersuchungslaboratorium.

1934 Dr. Walter Poulsen Nautrup nahm den Schulbetrieb in Hannover-Linden, Spinnereistraße 9 wieder auf.

1943 Die Schule in der Spinnereistraße wurde durch einen Bombenvolltreffer zerstört. Der Schulbetrieb wurde notdürftig in Räumen der Technischen Hochschule in der Callinstraße und in der Privatwohnung der Familie Poulsen Nautrup fortgesetzt.

1944 Die Stadt Hannover stellte ein nur leicht beschädigtes Gebäude in der Walderseestraße 2 zum Ausbau zur Verfügung. Nach weitgehendem Ausbau wurde beim letzten Luftangriff vor Beendigung des zweiten Weltkriegs auf Hannover die hintere Hälfte des Gebäudes vollständig und die vordere Hälfte teilweise zerstört.

1945 Gegen Ende des Jahres wurde mit dem Wiederaufbau in der Walderseestraße begonnen.
Die Familie Poulsen Nautrup und etwa 25 Schüler der Chemieschule bewältigten diese Aufgabe in der Zeit von etwa einem Jahr. (ca. 40000 Ziegel wurden geputzt und vermauert, gemauert wurde häufig - Sand und Kalk waren Mangelware - mit reinem Zement, das Dach wurde gedeckt. Bei dieser großen Arbeitsleistung gab es nur einen schwereren Unfall mit einem Beinbruch. Besonders schwierig war die Versorgung aller am Bau Beteiligten mit Essen durch die Familie Poulsen Nautrup.)
1946 Ende des Jahres begann der experimentelle Unterricht an der Schule. Damit war die Chemieschule Hannover die erste Schule Hannovers in der es diese Möglichkeit gab.

1953/54 Die hintere Hälfte des Schulgebäudes in der Walderseestraße wurde wieder aufgebaut.

1959 Dr. Ernst Poulsen Nautrup übernahm die Schule.

1960 Im September diesen Jahres starb Dr. Walter Poulsen Nautrup. Der Betrieb des Untersuchungslabors wurde eingestellt.

1962 Die Chemieschule Hannover begann mit Dr. Poulsen Nautrup als Herausgeber und dem Verlag Friedr. Vieweg&Sohn, Braunschweig, die Entwicklung der Standardmethoden der praktischen Chemie. Es entstanden zunächst für den Bereich der organisch präparativen Chemie und den Bereich der qualitativen anorganischen Analyse Loseblattsammlungen von Arbeitsvorschriften für chemische Lehrlaboratorien. Die Vorschriften wurden von den Lehrkräften des Hauses entwickelt und im fachpraktischen Unterricht vor der endgültigen Herausgabe erprobt. Ziel war es unter Beteiligung auch anderer Chemieschulen für den Gesamtbereich der fachpraktischen Ausbildung in den Chemieschulen ein Standardwerk zu schaffen. Im Jahr 1963 erschien die erste Lieferung der Standardmethoden.

1963 Die Chemieschule Hannover erarbeitete ein Modell zur Stufenausbildung in der Chemie. Eine zusätzliche Ausbildungstufe über ein Jahr mit Vertiefung der Ausbildung in den chemischen theoretischen Kernfächern, den praktischen Methoden der Chemie und die Anfertigung einer halbjährigen praktisch orientierten Arbeit führten aufbauend auf der Ausbildung zum Chemotechniker zum Fachschulchemiker. Die erste Abschlußprüfung fand am 15. Mai 1965 statt.
Ende der sechziger Jahre begann die Suche nach einem neuen Standort für die Chemieschule Hannover. Es war abzusehen, daß die für eine moderne Chemieausbildung notwendigen Investitionen nicht durch die Privatschule zu erwirtschaften waren. Die Schule sollte in öffentliche Trägerschaft überführt werden. Die Durststrecke bis zum Einzug in den Neubau im Jahre 1974 war nur durch den Einsatz großer privater Mittel durch die Familie Poulsen Nautrup zu überstehen.

1971 Die Stadt Lüneburg bot eine Möglichkeit zur Weiterführung der Schule in Lüneburg. Gleichzeitig begannen Verhandlungen mit der Landeshauptstadt Hannover, die den Verbleib der Schule in der Landeshauptstadt sichern sollten.

1972 Es kam zum Vertragsabschluß zwischen der Landeshauptstadt Hannover und Dr. Ernst Poulsen Nautrup. Der Neubau konnte in Angriff genommen werden.

1973 Baubeginn am Großen Kolonnenweg. Bauherr war Dr. Ernst. Poulsen Nautrup, die Bauplanung und -ausführung erfolgte in ständigem Kontakt mit den zuständigen âmtern der Landeshauptstadt Hannover.
Mit dem Neubau wurden auch Entwicklungen aus der Chemieschule für den Einsatz audiovisueller Medien verwirklicht. Die eingesetzten Steuerungsanlagen waren in der Lage von Tonbändern aus neben dem Begleitton für die Lernprogramme auch die Steuerung von mehreren Diaprojektoren, Filmprojektor und Raumlicht zu übernehmen. Daneben bestand die Steuerungsmöglichkeit von Multiplechoice-Tests zur Kontrolle der Lerngruppen.
Des weiteren wurden mit dem Neubau Investitionen in damals modernste Großgeräte der Labormeßtechnik (Atomabsorptionsspektrograph, Gaschromatograph, Infrarotspektrograph) durch die Landeshauptstadt ermöglicht. Auch die Grundausstattung der einzelnen Labore wurde ergänzt und modernisiert.

1974 Umzug in das neue Schulgebäude. Mit Schuljahrsbeginn wurde der Schulunterricht im neuen Hause aufgenommen. Zusätzlich zur Ausbildung von ChemotechnikerInnen, chemisch technischen AssistentInnen wurde die erste Klasse der Ausbildung zu pharmazeutisch-technischen AssistentInnen eröffnet. Die Schule blieb zunächst in privater Trägerschaft. Die Zinsen und Amortisationen für die Hypotheken des Neubaus, sowie einen Beitrag zu den Versorgungskosten des Hauses trug die Landeshauptstadt Hannover.
Weitere Einnahmen über Schulgelder waren für den Schulbetrieb erforderlich.

1978 Zum 1.8.1978 ging die Chemie- und Pharmzieschule in öffentliche Trägerschaft über und wurde zunächst die Berufsbildende Schule 23 der Landeshauptstadt Hannover. Die Schulleitung übernahm mit diesem Tage Herr Pietz, der Leiter der Technikerschule Hannover (BBS 22).

1980 Abschlußprüfung der letzten Klasse für Chemotechniker (5 Teilnehmer).

1982 Organisatorische Zusammenfassung von Technikerschule Hannover und Chemie- und Pharmazieschule zur Berufsbildenden Schule 22 der Landeshauptstadt Hannover.

1988 Mit Beginn des Schuljahrs 88/89 wurde der Schulversuch zur Ausbildung von chemisch- technischen AssistentInnen mit Schwerpunkt Umweltschutz (später Schwerpunkt Umweltanalytik) gestartet. Zur Ausstattung der Laboratorien wurden durch die Landeshaupstadt erhebliche zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt.

1993 Mit der neuen BbSVO wurden die Ausbildungen von chemisch-technischen AssistenInnen, von chemisch-technischen AssistentInnen Schwerpunkt Umweltanalytik und pharmazeutisch-technischen AssistentInnen neu geregelt. Seit diesem Zeitpunkt kann über ein Zusatzangebot neben der beruflichen Erstausbildung auch der schulische Teil der Fachhochschulreife erworben werden.

1994 Am 30.9.1994 begeht die Chemieschule ihr 80-jähriges Bestehen und das 20-jährige Bestehen der Chemie- und Pharmazieschule am Standort Windausstraße.

2003 Die BBS 22 wird aufgelöst und in die Justus-von-Liebig-Schule integriert.

Das waren die Feierlichkeiten zu 100 Jahre Chemieausbildung - am 21. November 2014
---> ein kleiner Rückblick

.

xxnoxx_zaehler