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Hannoversche Allgemeine Zeitung

Erschienen am 03.05.2012

 

Schüler gehen ins Chemielabor

Angebot von Berufsschule

Von Bärbel Hilbig

Alle zwei Jahre soll die IdeenExpo in Hannover mit einem großen Angebot an spannenden Experimenten Kinder und Jugendliche für Technik und Naturwissenschaften begeistern. Seit dem ersten Riesenspektakel im Jahr 2007 fragen aber wohlwollende Kritiker, wie die kurzfristig entfachte Begeisterung im Alltag fortgeführt werden kann.

Ein erster Schritt dazu ist jetzt getan: Unter dem Titel „Laborluft statt Klassenzimmer“ bietet die berufsbildende Justus­von­Liebig­Schule Projekttage zu Chemie und Pharmazie für Schüler allgemeinbildender Schulen. Die Berufsschule darf sich dafür jetzt als erste Einrichtung „Projektschule der IdeenExpo“ nennen. Gestern waren bereits Neuntklässler der Ludwig­Windthorst­Schule im Labor damit beschäftigt, aus verschiedenen Zutaten Handcreme und Lippenstift herzustellen. Den Schülern gefiel das ausgesprochen gut, auch weil jedem Jugendlichen ein Auszubildender helfend zur Seite stand. „Meine Partnerin hat mir die Arbeitsschritte sehr gut erklärt“, lobt der 16­jährige Kevin. Als künftigen pharmazeutisch­technischen Assistenten sieht er sich dennoch nicht.

Auch die Auszubildenden profitierten von dem Projekt, sagt Georg Damek, Leiter der Justus­von­Liebig­Schule. „Unsere Schüler erleben sich als Experten, sie trainieren, ihr Fachwissen weiterzugeben und ihren Beruf vorzustellen.“ Das Angebot richtet sich an Neunt­und Zehntklässler in allen Schulformen. Die Schüler können als Gruppe einmalig einen vierstündigen Workshop besuchen oder ein halbes Jahr lang einmal pro Woche ein Fachpraktikum absolvieren. Die Warteliste sei bereits lang, sagt Damek. Die Region Hannover unterstützt als Schulträger das Angebot.

Kultusminister Bernd Althusmann schätzt besonders die zweite Variante. „Die Schüler können danach besser einschätzen, ob so ein Beruf für sie denkbar ist.“ Er kündigte an, alle Schulen stärker auf Berufsorientierung ausrichten zu wollen, einschließlich der Gymnasien. Kevins Chemielehrer Marc Glockmann war gestern auch von dem vierstündigen Workshop bereits angetan. „Für die Schüler ist das etwas Besonderes, das wir im Unterricht normalerweise nicht bieten können.“ Volker Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der IdeenExpo, hofft nun auf weitere Workshopangebote mit anderen attraktiven Themen.

Dieser Text kann von dem gedruckten Zeitungsartikel abweichen.

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