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Praxistag im Tiertransport-Projekt der JvL-Tierpfleger

Tiertransporte – dabei denken viele an die schrecklichen Bilder von unerträglicheninternationalen Schlachttiertransporten. Wie kann man nur ein Tier auf diese Art in eine Kiste "quetschen“ und tagelang durch halb Europa fahren?

Die EU hat inzwischen reagiert und für den Transport von Tieren wichtige Regelungen erlassen, die dazu beitragen sollen, Schmerzen, Leiden oder Schäden für die Tiere auf ein Minimum zu reduzieren.
Nach der EU-Transportverordnung dürfen nur transport- fähige Tiere in besonderen zugelassenen Transportmitteln und -behältern mit der notwendigen Versorgung und begleitet von Menschen mit nachgewiesener Sachkunde und den notwendigen Dokumenten auf die Reise gehen.

Von Tiertransporten bleibt natürlich keiner der Tierpfleger in den drei Fachrichtungen Forschung und Klinik, Zoo und Tierheim und Tierpension in Ausbildung und beruflicher Praxis unberührt. Entsprechend den Vorgaben der Ausbildungsverordnung, der schulischen Rahmenrichtlinien und der IHK-Prüfungsanforderungen haben sich die Tierpfleger im zweiten Ausbildungsjahr an der Justus-von-Liebig-Schule Hannover im Februar 2013 im Rahmen eines dreitägigen Projektes mit dem Thema auseinandergesetzt, nicht zuletzt um dem Wohlbefinden der anvertrauten Tiere auch bei deren Beförderung gerecht zu werden.

Am ersten Projekttag ging es zunächst um das Verständnis der umfangreichen, im "Juristenchinesisch" verfassten Regeln der EU- und der Deutschen Tiertransportverordnung. Nach der Einstimmung auf das Thema in der Aula durch ein Video, kurze Vorstellung des Tagesprogramms und Gruppeneinteilung ging es in der Station von Dr. Meyer um die Transportfähigkeit der Tiere, bei Frau Dr.Benseler um Sachkunde und Befähigungsnachweis der Begleiter und in den beiden, von F.Stickan betreuten EDV- Stationen um die Recherche nach geeigneten Transportmitteln und -behältern sowie um die notwendigen Begleitpapiere zu verschiedenen Tiertransporten.

Da nun die EU-Verordnung - ausgehend von der oben genannten Problematik - eine sehr große Bandbreite von allen möglichen Transporten abdeckt, konzentrierten sich die Schülerinnen und Schüler am zweiten Projekttermin auf konkretere Beispiele aus den drei Fachrichtungen im Ausbildungsberuf Tierpfleger. Jede der vier (cirka 20 Azubis starken) Gruppen hatte bei Dr. Meyer die Transportfähigkeit im Einzelfall zu beurteilen, bei Dr.Benseler die Routenplanung an vier Fallbeispielen zu erledigen und in den beiden EDV-Stationen für konkrete Transporte von Mäusen, einem Zebra und von drei Hunden geeignete Behälter z.B. gemäß den allgemein anerkannten Anforderungen der IATA auszuwählen und die nötigen Dokumente aufzulisten.

Am dritten Projekttag stand die Praxis des Tiertransportes im Vordergrund. Dank der Unterstützung durch drei Ausbilder aus Betrieben der beiden Fachrichtungen Forschung und Klinik sowie Tierheim und Tierpension konnten sich die Schülerinnen und Schüler nun ganz "hautnah" mit dem Versand verschiedener Tiere befassen.

Tierpfleger

    Team und Gäste stärken sich

Da die drei Ausbilder auch Mitglieder im IHK-Prüfungsausschuss sind, entwickelten sich in den Stationen zwischen den "Prüfern" und den Azubis oft Fragestellungen wie sie auch in den bevorstehenden praktischen Prüfungen zu erwarten sind. Diese Zusammenarbeit mit den Ausbildern wird manchen Schülerinnen und Schülern auch Ängste vor den Prüfungen genommen haben.

Tierpfleger

     Mäuse wohlbehalten quer durch Europa: wie das?

 

Bei Ausbilderin Gorgina Zivkovic von der TiHo und Frau Dr.Benseler waren verschiedene Transportkartons, die in Forschung und Klinik für den Versand von Mäusen benutzt werden, vorzubereiten und für den Transport auszustatten. Bevor es jedoch auf die Reise geht, mussten die Voraussetzungen dafür bzgl. Transportfähigkeit und Zusammenstellung der Tiere geprüft werden und nach dem Transport die Annahme und Versorgung geplant werden. Der eigentliche Versand der Tiere, der häufig sogar global erfolgt, wird in der Regel speziellen Dienstleistern überlassen.

Wer nun selbst einen Transport größerer Tiere durchführen möchte, muss neben deren Bedürfnissen auch die Regeln der Straßenverkehrsordnung beachten. In der Station von Dr.Meyer und Ausbilder Erwin Tönges von der Uni Göttingen konnten sich die Azubis mit der Verkehrssicherheit beim Tiertransport befassen und die im warmen Klassenraum gewonnenen Erkenntnisse draußen in der Kälte am Pferdeanhänger anwenden, der freundlicherweise vom Böckmann-Center Hannover zur Verfügung gestellt wurde.

 

TierpflegerTierpfleger
Pferdeanhänger mit Azubis in der Winterkälte     Wie wird verladen?

 Aus dem Tierheim Hannover war Ausbilderin Marlies Fabisch mit dem "Struppimobil" angereist. Sie konnte den Schülerinnen und Schülern für typische Beförderungsprobleme die verschiedensten Behälter für Tierheimtiere zur Begutachtung und Auswahl anbieten.

Tierpfleger

     So ist Struppi mobil.

 

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Wie viel passt denn da hinein?   So funktioniert´s!

Durch die freundliche Unterstützung des Kollegen Christian Wehling, Lehrer für Fachpraxis aus dem Landbau, waren im Werkraum der Schule auch die handwerklichen Fähigkeiten der Auszubildenden gefragt. Hier mussten Stecker für die elektrische Beleuchtung ordnungsgemäß zusammengebaut sowie das Ladungsvolumen eines alten Viehanhängers ermittelt werden.

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Im Kistenschuppen vom
Zoo Hannover
   Kisten kritisch beäugt

 

Dank Ausbilder Klaus Brunsing vom Zoo Hannover, der verschiedene Transportkisten aus dem großen Fundus des Zoos für den Praxistag zur Verfügung gestellt hatte, konnten diese in der Station von H.Schmuhl und F.Stickan einer kritischen Begutachtung durch die Schülerinnen und Schüler unterzogen werden. Dabei konnten sie feststellen, dass für die vorgegebenen Transportfälle eigentlich jeder der Behälter immer noch spezielle Problembereiche aufwies und die Tiere eigentlich so nicht in die Kiste kommen sollten…

Das Tierpfleger-Team sagt allen Beteiligten, besonders den drei Ausbildern, herzlichen Dank für ihre engagierte Mitarbeit am und im Projekt.

Verf. von F.Stickan und T.Benseler für das Tierpfleger-Team, 6. März 2013

 

 

 

 

 

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